CEO · FUCHS SE
„In dem Moment, wo man sagt, man hat den Idealzustand erreicht, ist das der Anfang vom Ende."
Stefan Fuchs führt seit über 22 Jahren die FUCHS SE – den weltweit größten unabhängigen Schmierstoffhersteller und einen echten Hidden Champion aus Mannheim. Im Gespräch mit Bastian Lopez Estrada erklärt er, warum er den Atomausstieg für einen klaren Fehler hält, weshalb KI für ihn kein Jobkiller ist, was Deutschland von China in Sachen Arbeitsmoral lernen kann und was die Politik ändern muss, damit es mit dem Mittelstand wieder bergauf geht.
„In dem Moment, wo man sagt, man hat den Idealzustand erreicht, ist das der Anfang vom Ende."
— Stefan Fuchs
FUCHS ist über nahezu alle Industrien, Anwendungen und Weltregionen breit aufgestellt – der größte Kunde macht keine 5 %, das größte Produkt unter 2 % aus. Diese Breite macht das Unternehmen resilient gegen einzelne Märkte und politische Entscheidungen.
Kein großes Strategiepapier, sondern Befähigung: Mitarbeitende nutzen KI im Alltag (Copilot für alle, Lead-Generierung im Vertrieb, diktierte Kundenberichte ins CRM, kürzere Studienzyklen in F&E). Ziel ist mehr Zeit für den Kunden – nicht Personalabbau.
E-Autos brauchen mehr und technologisch anspruchsvollere Schmierfette; nur das Motorenöl fällt weg. Kleinere Volumina werden „spezieller" und damit für einen Spezialanbieter wie FUCHS eher attraktiver.
CSRD-Berichte (150+ Seiten), Zeiterfassung bis zur Bereichsleiter-Ebene und die Entgelttransparenz-Richtlinie kosten Geld und Betriebsfrieden. Dazu die klare Kritik: überstürzter Atomausstieg und das bedingungslose „von heute auf morgen"-Verbrenner-Aus waren Fehler der Politik.
„Per du", keine Kleiderordnung, Vorstands-Frühstück in der Kantine, viel Präsenz vor Ort und Fuchs-Roadshows für 7.000 Mitarbeitende. Ehrliche, transparente Kommunikation und echtes Feedback-Zulassen halten die Belegschaft in volatilen Zeiten zusammen.
Stefan Fuchs, 58, ist seit 2004 Vorstandsvorsitzender der FUCHS SE, dem weltweit größten unabhängigen Schmierstoffhersteller. Das 1931 von seinem Großvater in Mannheim gegründete, börsennotierte Familienunternehmen (MDAX) erwirtschaftet rund 3,6 Mrd. Euro Umsatz mit 7.000 Mitarbeitenden in 67 operativen Gesellschaften weltweit.
Fuchs trat 1996 in das Unternehmen ein – nach einem prägenden Praktikum in den USA und zwei Jahren als Wirtschaftsprüfer – und startete bewusst fern der Zentrale in den USA. Unter seiner Führung wurde der Konzern entschuldet, global vernetzt und auf über 10.000 Produktrezepturen für nahezu jede Industrie ausgebaut. Sein Credo: Nähe zum Kunden, Veränderungsbereitschaft und eine „Winning Culture".